Stettin (polnisch Szczecin) ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern und liegt rund 120 km nordöstlich von Berlin an der Odermündung zum Stettiner Haff. Stettin ist einer der größten Seehäfen des Ostseeraums und siebtgrößte Stadt Polens. Die Stadt beherbergt mehrere Hochschulen, eine Universität und ist zusammen mit Kamień Pomorski Sitz des katholischen Bistums Cammin-Stettin.
Der Bereich der Altstadt wurde nach schweren Kriegszerstörungen nur teilweise wiederaufgebaut. Bis heute prägen zahlreiche Brachen das Stadtbild im ältesten Teil Stettins. Zwischen erhaltenen oder nach alten Unterlagen rekonstruierten alten Bauwerken stehen zahlreiche sehr einfache Wohnhäuser der 50er Jahre.
Den höchsten Punkt der Altstadt nimmt das Schloss der Herzöge von Pommern ein. Zu seinen Füßen, südlich angrenzend, entstand die bürgerliche Stadt rund um das heutige, gotische Alte Rathaus am Heumarkt. Das mehrfach erweiterte Gebiet der mittelalterlichen Stadt lag ungefähr zwischen dem Oderufer und den heutigen Straßen Dworcowa (Grüne Schanze), al. Niepodleglości (Paradeplatz), pl. Zołnierza Polskiego (Königsplatz) und der neuen Schnellstraße Trasa Zamkowa (Schloßtrasse). Ziemlich genau in der Mitte dieses alten Stadtgebiets steht die größte Kirche der Stadt, die gotische Jacobikirche.
Nach 1945 übernahm die gründerzeitliche Neustadt anstelle der fast völlig zerstörten Altstadt die meisten Zentrumsfunktionen. Die Anlage der Neustadt ging auf die Initiative des langjährigen Oberbürgermeisters Hermann Haken zurück.
Ein echter Stadtmittelpunkt ist heute nicht erkennbar, jedoch kann man den Bereich um den Paradeplatz (al. Niepodległości/pl. Wyzwolenia), zwischen Brama Portowa (Berliner Tor) und dem Hotelhochhaus Radisson SAS als wichtigsten Straßenzug der heutigen Innenstadt ansehen. Direkt neben dem Hotelgebäude befindet sich die Shopping-Mall Galaxy, das größte Einkaufszentrum der Stadt.
Am Paradeplatz stehen einige Prachtbauten der Gründerzeit, etwa das neobarocke Gebäude der ehemaligen Generallandschaft, heute die Niederlassung einer Bank, die neugotische Oberpostdirektion und mehrere Kaufhäuser.
Am Berliner Tor stößt rechtwinklig der Hohenzollernplatz (pl. Zwycięstwa) auf den genannten Straßenzug. Den Platz schmücken repräsentative Grünanlagen, in denen sich, am westlichen Ende die im Jugendstil errichtete Bugenhagenkirche (św. Wojciecha) erhebt. Aus der gleichen Zeit stammt die benachbarte Garnisonkirche, heute Herz-Jesu (N. Serca Pana Jezusa).
In der südlichen Neustadt, zwischen Altstadt und Hauptbahnhof, entstanden vor dem Ersten Weltkrieg weitere repräsentative Großbauten, die heute, nach der Zerstörung ihrer städtebaulichen Umgebung, als Solitäre in einer Abfolge großer Grünanlagen stehen.
Die äußere Neustadt erinnert in ihrem städtebaulichen Grundriss an Pariser Vorbilder, in der Architektur der Einzelgebäude dagegen an Berlin. Große, gerade Straßenachsen schneiden sich an repräsentativen Sternplätzen, deren bekanntester der pl. Grunwaldzki (ehem. Kaiser-Wilhelm-Platz) im Norden der Neustadt ist. Die Bebauung der einzelnen Parzellen erfolgte wie in Berlin mit Vorderhäusern, Seitenflügeln und Quergebäuden, wodurch zahlreiche enge Hinterhöfe entstanden. Die Bebauung der Neustadt ist überwiegend viergeschossig. Eine der größten Straßenachsen ist die al. Jedności Narodowej (ehem. Kaiser-Wilhelm-Straße), an deren Endpunkt das ehemalige Landeshaus steht, das heutige Rathaus der Stadt. Hinter dem Rathaus liegt die Quinstorp-Aue, in der bereits zu dessen Lebzeiten ein Denkmal Papst Johannes Paul II. errichtet wurde.
Nördlich der Altstadt, zwischen Oderufer und Grabower Anlagen, entstand von 1902 bis 1921 das bekannteste Bauensemble Stettins, die Hakenterasse. Drei monumentale Großbauten stehen an dieser Uferstraße: die Seefahrthochschule, das Stadtmuseum (heute Theater und Meeresmuseum) sowie das Gebäude der Regierung von Pommern, das heute als Sitz der Wojewodschaft Westpommern weiterhin seiner ursprünglichen Funktion dient. Die flussseitige Straßenseite schmücken zwei Jugendstilpavillons und eine große Freitreppe zum tiefer liegenden Fluss.
Wichtige Bauwerke, Straßen und Plätze
in der Altstadt:
- das Schloss der Herzöge von Pommern (Zamek Książąt Pomorskich)
- der benachbarte Siebenmäntelturm (Baszta Siedmiu Płaszczy)
- der gotische Loitzenhof (Dom Loitzów , 16. Jahrhundert)
- die spätgotische Peter-und-Paul-Kirche (Kościół Piotra i Pawła)
- die Jacobikirche (Katedra pw. Św. Jakuba)
- das Alte Rathaus
- der Heumarkt (Rynek Sienny)
- der Roßmarkt (Plac Orła Białego)
- den ehemaligen Pommerschen Landtag in der Luisenstraße (ul. Staromłyńska)
- das barocke Königstor (Brama Królewska, 1725-27)
in der Neustadt:
- die Hakenterrasse (Wały Chrobrego)
- die Seefahrthochschule
- das ehemalige Museum der Stadt Stettin
- der Hochhauskomplex PAZIM
- das Einkaufszentrum Galaxy Center
- die Kaiser-Wilhelm-Straße (al. Jedności Narodowej)
- der Paradeplatz (al. Niepodległości)
- der Hohenzollernplatz (pl. Zwycięstwa)
- die Bugenhagenkirche (neugotische und Jugenstilformen, 1906-09)
- die ehemalige Garnisonkirche (1913, Jugendstil)
- das Neue Rathaus (1879 vollendet)





